„Die da oben“, „Gauner“, „Halunken“ – Nach vier Wochen Dauerwahlkampf zur Bundestagswahl ist dem engagierten Wahlkämpfer so gut wie jede abfällige Bezeichnung für Politiker bekannt. Die Argumentation – wenn man sie denn als eine solche bezeichnen kann – geht immer in die selber Richtung: „Die machen doch sowieso, was sie wollen.“

Doch woher rührt diese Auffassung, das Gefühl, keinen wirklichen Einfluss zu haben, dieses Gefühl der Machtlosigkeit? Die Ursachen sind vielfältig, die Zahl der wissenschaftlichen Arbeiten zu diesem Thema geht in die hunderte, wenn nicht tausende.

Könnte die Ursache nicht einfach in der Regierungspraxis liegen? Damit meine ich die simple Tatsache, dass Politik von unten nach oben geschehen muss, zumindest nach liberaler Staatsauffassung. Das Gegenteil ist jedoch oftmals der Fall: Damit geht ein Verlust an Mitbestimmung, Transparenz und vor allem Volksnähe einher.

Die Lösung also: Den Staat wieder vom Kopf auf die Füße stellen. „Graswurzeldemokratie“ nannte es der erste Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Reinhold Maier (FDP). Diesem Grundsatz folg die FDP auch heute noch. In erster Linie muss vor Ort entschieden werden, nachrangig stehen höhere Ebenen. Demokratie heißt nämlich auch, dass ich mich bei einem politisch lösbaren Problem nicht an die Bundeskanzlerin wenden muss, sondern, dass ein Gespräch mit dem Bürgermeister genügt – Graswurzeldemokratie eben.

Für politische Mitentscheidung bieten Parteien die beste Plattform. Ich rate jedem – auf die Gefahr hin selbst einer von „denen da oben“ zu werden – sich in einer Partei zu engagieren, mitzuentscheiden und seine Ideen einzubringen. Dafür hat man, zumindest in der FDP, immer ein offenes Ohr.

Julian Lutz, 1. Vorsitzender FDP-Kernen

lutz@kernen-fdp.de

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